Eine Geschichte von Daniel – Gelesen bei UNART


Besonders Tobias war darum bemüht, den Kelch zu finden, seitdem er und eine der Dunkelelfenprinzessinen, ein Liebespaar waren. Dass sie über 90 Jahre alt war, störte ihn nicht im Geringsten. Denn Dunkelelfen alterten sechsmal langsamer als Menschen, sodass seine Liebste so aussah, als wäre sie erst 15 Jahre alt geworden.
„Aleahta.“ murmelte Tobias, und sein Blick verklärte sich „Leah.“
Sein Freund stieß ihn mit dem Ellbogen an. „Hey, nicht träumen.“
Jonas überlegte. „Findest du den Weg zum Portal auch alleine?“ fragte er seinen Freund.
Dieser nickte.
„Gut, dann lauf schon mal los.“ schlug der Jüngere vor.
„Diesen Quatsch kannst du dir sparen, oder spielst du plötzlich Rambo?“ begehrte der Verliebte auf.
„Ich lenke sie lediglich ab.“ meine Jonas „Und dank dem Mondamulett, können sie mich auch unmöglich kriegen. Ich bin jetzt viel schneller und stärker als sie.“
„Aber sie haben Gewehre. Und sie sind immer noch zu fünft.“ argumentierte Tobias.
„Ich kann jetzt in völliger Finsternis sehen. Und sie sind praktisch blind.“ fügte Jonas hinzu. Mit diesen Worten reichte er Tobias den Lilienkelch.
Tobias schien mit sich um eine Entscheidung zu ringen. „Also gut“ willigte er ein, „aber nimm Vorsichtshalber die hier.“ Damit reichte er Jonas die Pistole. „Viel Glück, und eines noch: Das Portal verschwindet im Morgengrauen. Falls du es nicht schaffen solltest, bis dahin das Portal zu erreichen, musst du zusehen, dass du das Mondamulett nicht mehr trägst.“
„Viel Glück,“ wünschte auch Jonas seinem Freund „und pass auf, dass du nicht dem schlafenden Drachen über den Weg läufst.“
Die beiden Freunde, schüttelten einander die Hand, und dann schlich sich Tobias davon.
Jonas atmete noch einmal tief durch. Dann stand er auf, und rief laut: „Sucht ihr vielleicht mich?„
Alle Fünf sahen in die Richtung, aus der sie die Stimme hörten, und erkannten ganz eindeutig Jonas, dessen Silhouette, im Mondlicht deutlich erkennbar war. Doch nur für einen Moment, dann schob sich ein Wolke vor dem Mond, und verdunkelte die Lichtung wieder.
„Du da, gib ihn wieder her.“ rief Kevin.
„Wen denn?“ fragte Jonas scheinheilig „Deinen Verstand? Ich sagte dir doch, dass kleine Dinge schnell verloren gehen, und schwer wiederzufinden sind.“
Kevin fluchte. Er zog das Messer hervor, und wollte schon auf Jonas zustürmen, doch Andrea hielt ihn zurück.
„Komm schon her, und gib uns den Kelch wieder. Sonst holen wir ihn uns, und dann war es dein letzter Tag.“ drohte sie.
Jonas tat so, als habe er sie nicht gehört. Er sah zu dem blonden Mädchen, und sagte anklagend: „Du bist eine Diebin! Du hast im Baumarkt zwei Äxte geklaut. Und du hast sogar noch einen Gartenzwerg gemopst.“ damit wies er auf die etwas kleinwüchsige Andrea.
Jetzt war sie es, die von Kevin zurückgehalten werden musste.
„Und ihr beiden,“ er schaute zu den beiden türkischen Jungen „was habt ihr davon, wenn ihr die Lakaien spielt? Kevin zieht euch sicher für spezielle Aufgaben heran, er hat es nicht so mit den Mädchen. Aber das scheint euch ja nicht zu stören. Nun ja, bei einem Blick in Andreas Gesicht, seid ihr sicher sofort erblindet.“ fuhr Jonas fort.
Jetzt hatte er den Bogen eindeutig überspannt. Andrea stieß den Jungen neben sich, zur Seite, und entriss ihm das Gewehr. Sie legte auf Jonas an, und schoss.
Dieser hatte sich Rechtzeitig hinter dem Baumstamm versteckt. Jetzt robbte er über den Waldboden. Plötzlich war die Wolke vorüber gezogen, und der Junge war wieder für alle sichtbar. Kaum hatte Jonas das bemerkt, stand er auf, und sprang hinter dem nächsten Baum.
Er drehte sich zu seinem alten Versteck um, und sah, dass in der Baumrinde, Kais Buschmesser und eine Gartenaxt steckten. Kai eilte zu dem Baum, und wollte seine Waffe wieder an sich bringen. Andrea lud ihr Gewehr nach, und wollte erneut schießen, doch daraus wurde nichts.
Jonas sah, dass Kevin als Einziger von den anderen Vier getrennt war. Dann zog er Tobias Pistole hervor, legte auf Andrea und ihre drei Begleiter an, die sich bis jetzt noch nicht von der Stelle gerührt hatten, und schoss.
Die Kugeln pfiffen in die Rinde einiger Bäume. Jonas hatte absichtlich zu hoch gezielt. Aber der Effekt war der Gleiche. Andrea und ihre Lakaien warfen sich zu Boden.
Kevin hatte inzwischen sein Buschmesser aus der Baumrinde gezogen. Jonas schoss auch ein paar Kugeln in seine Richtung, was den Fiesling dazu veranlasste, sich auch zu Boden zu werfen.
Dann tat Jonas das, was er schon die ganze Zeit über, vorgehabt hatte. Er rannte davon.